23. August 2013

Fritzi

Hach, ich bin einfach verliebt in Fritzis Mütze! 




Als ich mir überlegte, was für ein Kleid Fritzi bekommen sollte, ist mir meine alte Nähmaschine wieder eingefallen. Ich habe sie mir gekauft, als ich mit meiner Lehre anfing.  Fritzi trägt ein Schürzenkleid mit Knöpfen... und dazu benötigt man eben Knopflöcher! Ich arbeite mit einer Industrienähmaschine, die kann sehr viel, aber  keine Knopflöcher. Meine alte Singer macht  dagegen sehr schöne Knopflöcher und auch ein paar hübsche Zierstiche. 


(Falls ihr es nicht erkennt, es sind kleine Äpfelchen.)

Letze Woche habe ich mir auch noch eine neue Overlock-Maschine angeschafft. Meine Alte, ebenfalls am Anfang meiner Lehre angeschafft, hat über die Jahre die eine oder andere Eigenheit entwickelt. Jetzt sieht es bei mir so aus:


Ich weiß, es ist kein schönes Foto, aber man beachte: Ich bin stolze Besitzerin von 4! Nähmaschinen. Alle haben ihre Bestimmung und werden benutzt: Das Alte Kettelschätzchen zum Versäubern, die neue Overlock zum Nähen von Jersey-Nähten, meine alte Singer für Knopflöcher und Ziernähte und meine SUPER-Juki für den Rest! Schon ein bisschen luxuriös ;)

Ein schönes Wochenende!

Sandra

15. Juni 2013

Pixie, oder: warum ich meinen Beruf so liebe...

Nichts, was ich je gemacht habe, war so spontan und kreativ und kam so von mir selbst, wie das Puppenmachen. Ein fließender Prozess, dessen Endergebnis mich immer wieder zum Staunen bringt:


Sehr oft bringen mich die Wünsche und Vorstellungen meiner lieben Kunden weiter. Sie geben mir wichtige Impulse, die mich extrem voran bringen. Aber manchmal wächt in mir selbst eben auch ein Bild, oder eine Puppe die entstehen möchte. (Wenn Du mehr lesen möchtest: *klick hier*.) Deshalb nähe ich soooo gern freie Puppen.

Diese Woche inspirierte mich ein rot-braunes Knäuel Merino-Wolle. Es lag schon länger auf meinem Arbeitstisch. Ich hatte vor eine kleine Hexe zu nähen, so in der Art von Lisbeth:


(Kennt ihr *Lisbeth*, sie ist die Kleine Hexe von Lieve Beaten, erschienen im Oetinger Verlag.) 
Hmmm... die Haarfarbe war schon einmal eine   andere, eine lange spitze Nase habe ich mich nicht getraut und eine dunkles Kleid kam auch nicht in Frage. Nach und nach entstand eine Puppe, die doch sehr abwich von Lisbeth. Abends habe ich dann noch ein Hütchen gestrickt und einen Blättergürtel gehäkelt und fertig war die kleine Puppe. Ein Waldkind ist es geworden.




Erinnert sie euch an jemanden? Mich schon! Wir haben einen großen roten Schuhkarton voller kleiner Pixi-Büchern. Und dort habe ich ihren Namensgeber auch gefunden:


*Pixi* Namensgeber der Bücher, die eigentlich  jeder kennt. 


Natürlich sieht meine Pixie anders aus. Ich hatte ja auch nicht vor, den original Pixi zu kopieren. Meine Puppe ist ja auch ein Mädchen, nur eben eine Wald-Kinder-Puppen-Sonntagskind-Mädchen, wenn ihr versteht was ich meine.....?



Ich bin ganz verliebt in ihr Hütchen, das übrigens super schnell und einfach gestrickt war. Ich überlege eine Nähanleitung herauszugeben.  Besser: Ich zeige euch das mal in einem Post. Pixie ist 35cm groß, aus einem Stück genäht und kostet komplett 109 Euro *klick hier*. Anders an ihr sind, neben dem Hütchen, ihre Haare. Sie sind aus Merino-Wolle gehäkelt und geknüpft. Ich habe schon bei Pauline ein anderes Material als sonst für das Haar verwendet und bin auch hier von dem Ergebnis verzaubert.


Pixie sollte eine kleine Hexe werden und ist ein Waldkind geworden.... Das ist es, was ich so liebe.  Frei und spontan Entscheidungen treffen, abwarten zu dürfen, was im Arbeitsprozess entsteht und vor allem: kreativ sein! Ich möchte nichts anderes machen, als Puppen!

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.

Sandra

PS: Demnächst gibt es den 2. Teil meines Weges zur Puppenmacherrei.

20. Mai 2013

Die drei Räuber / Gutenachtgeschichte


"Hey, was ist denn hier los, du sollst doch schlafen!" rief ich eines abends. "Ich kann aber noch nicht schlafen, es ist doch noch so hell! Siehst du nicht, wie die Sonne in mein Zimmer scheint. Da kann ich unmöglich schlafen."  


" Kannst Du mir noch eine Geschichte vorlesen, ein ganz spannende mit Räubern und Rittern und einer  wunderhübschen Prinzessin?" bat mich Sandy und wer kann bei diesem Blick schon widerstehen.




"Ok, aber erstmal ab ins Bett, ordentlich hinsetzten, zudecken und  trink noch einen Schluck Wasser, dann kann es losgehen."




Die drei Räuber von Tomi Ungerer:





Es waren einmal drei grimmige Räuber mit weiten schwarzen Mänteln und hohen schwarzen Hüten. Der Erste hatte eine Donnerbüchse. Der Zweite hatte einen Blasebalg mit Pfeffer. Der Dritte hatte ein riesiges rotes Beil. In der Nacht, wenn es dunkel war, lagen sie am Wegrand auf der Lauer. Es waren schreckliche Kerle.....


 "Hast du Angst?" " Nein, nein es ist nur so wunderbar spannend!"

...Wenn Kutschen vorbeikamen, bliesen sie den Pferden Pfeffer in die Nüstern. Da mussten die Kutschen anhalten. Dann zertrümmerten sie die Wagenräder und raubten die Reisenden aus. Ihre Beute schleppten sie in ihr Versteck in den Bergen...


...Da geschah es einmal, dass sie in einer tiefschwarzen Nacht eine Kutsche überfielen in der nur ein einziger Reisender saß. Und das war ein trauriges kleines Mädchen, das Tiffany hieß. Sie war ein Waisenkind und war auf dem Weg zu einer Tante, bei der sie leben sollte. Das gefiel Tiffany gar nicht. Und deshalb freute sie sich, als plötzlich die Drei vor ihr standen. Weil die Räuber außer Tiffany nichts fanden nahmen sie es mit in ihre Räuberhöhle und machten ihr ein weiches Bett...


...Als Tiffany am nächsten Morgen erwachte, sah sie die Kisten und Truhen, die mit Schätzen gefüllt waren. "Was macht ihr denn damit?", fragte sie die Räuber. Die Räuber schauten einander verblüfft an. Sie hatten sich nie überlegt, was sie mit all dem Reichtum anfangen könnten.......


"Schläfst du schon?" flüsterte ich ganz leise. Es war nichts mehr zu hören, sie war tatsächlich eingeschlafen. Und das bei einer so spannenden Geschichte...

Die drei Räuber ist eines der allerliebsten Bücher meiner Kinder. Der Herr JuniKate und ich haben es so oft vorgelesen, dass die Kinder es auswendig mitsprechen konnten. Manchmal haben wir beim Vorlesen etwas im Text verändert... da war das Geschrei riesig. (" Nein Mama, der zweite Räuber hatte doch keinen Salzstreuer.....und der Dritte bestimmt keine Zahnbürste!")

Sandra

6. November 2012

Puppe ohne Gesicht


Hallo ihr Lieben.
Vor wenigen Wochen bekam ich eine freundliche Anfrage nach einer ganz besonderen Puppe. Sie sollte schwarzes, wuscheliges Haar, einen blauen Körper und ein rotes Kleid mit Blumen darauf haben. Aber kein Gesicht. Dazu bekam ich ein  kleines, schöne gezeichnetes Bildchen von eben dieser Puppe.

Ich habe das erst mal nicht hinterfragt, denn es gibt ja viele einfache Waldorfpuppen, die ganz ohne Gesicht auskommen. Diese Puppe solle viel Raum für die Gefühle der Kinder lassen, die in eine gesichtslose Puppe sowohl Trauer wie Wut und Freude hinein interpretieren können.


Heute habe ich mich an die Arbeit gemacht und die Puppe nach den Wünschen der Kundin genäht.
Sie ist wunderschön geworden, auch ohne Gesicht. Inzwischen habe ich auch das Internet durchforstet und bin dabei auf mehrere Puppen ohne Gesicht gestoßen.


 Die Puppen der Amish-People. Sie werden ohne Gesicht gestaltet, da in der Amish-Kultur das Abbilden vom Mensch, in jeglicher Form untersagt ist. Nur Gott ist es gestattet den Menschen (ab)zu bilden. Kleidung und Farben der Puppen sind einfach und zurückhaltend gestaltet.





Hidschab-Puppen, gemacht für islamische Mädchen. Auch im Islam, darf der Mensch nicht abgebildet werden. Sie tragen den Hidschab (Schleier, Kopftuch), eine islamische Bekleidung für Frauen. Mir ist es egal warum meine Kundin eine  besondere Puppe wünscht, ob nun aus religiösen Gründen oder eben einfach so. Ich freue mich darüber, dass ein kleines Mädchen eine einfache und schöne Puppe bekommt, mit der sie nach Herzenslust spielen und kuscheln kann.


Außerdem habe ich etwas neues über Puppen gelernt und das freut mich besonders.

Herzliche Grüße,
Sandra